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Unter guten Witterungsbedingungen fand die Hubertusfeier auf Hücking´s Hof statt. Der Männergesangverein Oese und das Bläserkorps des Hegerings sorgten für eine musikalische Untermalung der Feier. Hegeringleiter Frank Eifler betonte in seiner Ansprache die wichtigen Felder Tierschutz, Naturschutz und Umweltschutz, welche für die Jäger oberste Priorität haben. Nach dem offiziellen Teil am knisternden Lagerfeuer ging es zu Würstchen und Glühwein in die schützende Scheune. Dort wurden zwischen Jägern und den zahlreich erschienen Besuchern gesellige Gespräche geführt.







„Dürfen wir Ihnen mal einen Vogel zeigen?“

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Naturschutzbundes in Nordrhein-Westfalen, behauptet in einem Zeitungsinterview, er habe noch nie einen Jäger gesehen, der etwa für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigt, um dort nach dem Rechten zu sehen. Greifvögel im Jagdrecht seien gefährdet durch illegale Abschüsse und Vergiftung. DJV, LJV NRW und DFO meinen: Fakenews oder schlechte Erinnerungsgabe. Schließlich hat Tumbrinck schon Falken gemeinsam mit Jägern beringt.

(Berlin, 26. Juni 2018) Unverständnis herrscht bei Deutschlands Jägern und Falknern über das Interview des Nabu-Funktionärs Josef Tumbrinck von Mitte Juni in der Westdeutschen Zeitung. Dort versteift sich Tumbrinck auf die Aussage, er habe noch nie einen Jäger erlebt, der etwa für den Schutz eines Wanderfalkens einen Schornstein hochsteigt. Zudem stelle das Jagdrecht ein Einfallstor für illegale Abschüsse und Vergiftungen von streng geschützten Tieren dar. Der Deutsche Falkenorden (DFO), der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) protestieren gegen diese Stimmungsmache: Entweder sind es Fakenews oder Tumbrinck hat eine schlechte Erinnerungsgabe wie ein Foto aus dem Jahr 2015 zeigt. Damals hatte der Nabu-Vorsitzende gemeinsam mit Falknern einen Wanderfalken auf einem Kirchturm beringt. Überdies haben geschützte Arten im Jagdrecht einen noch höheren Schutzstatus als unter dem Naturschutzrecht. „Mit solchen Behauptungen stellt die Führungsspitze des Nabu ihre Glaubwürdigkeit in Frage und gefährdet gute gemeinsame Artenschutzprojekte auf Arbeitsebene“, sagten die Präsidenten Hartwig Fischer (DJV) und Ralph Müller-Schallenberg (LJV NRW).

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist als Schlüsselart anzusehen, wenn es um aktiven Greifvogelschutz durch Jäger und Falkner geht: 1.099 Jungtiere haben sie zwischen 1973 und 2010 erfolgreich gezüchtet und ausgewildert. Seit 2011 wird das Schutzprojekt mit deutschem Know-how in Polen weitergeführt. „Unsere langjährigen erfolgreichen Schutzbemühungen mit einem Satz völlig in Abrede zu stellen, verstehen wir nicht als das dringend notwendige Aufeinanderzugehen oder die Anerkennung der Leistungen beider Seiten. Ob Schornstein oder Kirchturm – unsere Basis war und ist gemeinsam in schwindelerregenden Höhen unterwegs, um die Bestände des Wanderfalken national wie international zu sichern. Jede andere Behauptung ist falsch“, so der DFO-Vorsitzende Hans-Albrecht Hewicker. Er hat auf das Tumbrinck-Interview jetzt mit einem offenen Brief reagiert.

Die drei Verbände rufen Falkner und Jäger dazu auf, dem Nabu mit dem Hashtag #vogelzeigen in den sozialen Medien im wahrsten Sinne des Wortes einen Vogel zu zeigen: Von Rebhuhn über Auerhuhn, Wiesenweihe bis hin zu Rotschenkel und Wanderfalke – Jäger betreuen bundesweit zahlreiche Vogelschutzprojekte.



Weiterführende Informationen:

Greifvogelschutz durch Jäger:
https://d-f-o.de/greifvogel-und-naturschutz.html

Tumbrinck-Interview in der Westdeutschen Zeitung:
www.wz.de/home/panorama/nabu-landesvorsitzender-naturschuetzer-sind-nicht-die-feinde-der-jaeger-1.2705823



Der offene Brief von Hans-Albrecht Hewicker, Vorsitzender des Deutschen Falkenorden (DFO), an Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu Nordrhein-Westfalen:

Sehr geehrter Herr Tumbrinck,

Dürfen wir Ihnen mal einen Vogel zeigen?

„Ich habe jedoch noch nie einen Jäger gesehen, der etwa für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigt, um dort nach dem Rechten zu sehen.“ So lautet eine Ihrer Aussagen vom 19. Juni 2018 in der WZ, angesprochen auf Ihre Meinung zur Novellierung des LJG in NRW.

Werter Herr Tumbrinck – um es ähnlich plakativ zu formulieren: Wir Falkner, die auch Jäger sind, denn Falknerei ist ein Teil der Jagd, steigen seit 1977 jedes Jahr sogar häufig für Wanderfalken auf Schornsteine und sehen dort nach dem Rechten!

Doch nicht nur auf Schornsteine: Wir klettern in Felswände, seilen uns dort auf und ab. Wir besteigen Bäume, stehen auf Drehleitern der Feuerwehr und sehr häufig sieht man uns in Hubsteigern, aktuell vor allem in Polen.

Es waren wir Jäger, es waren wir Falkner, die in den 1970ern damit begonnen haben, Wanderfalken zur Auswilderung zu züchten. Die Vermehrung von Greifvögeln in Menschenhand wurde ausschließlich von Falknern entwickelt – gegen den Widerstand von Naturschutzverbänden und insbesondere des NABU. Das Wissen, wie man einen gezüchteten Vogel erfolgreich auf sein Leben in der freien Wildbahn vorbereitet, ist Jahrtausende alt. Dieses Wissen entstammt aus der Jagd, entstammt einer der ältesten Jagdarten der Welt, die 2010 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde: Der Beizjagd.

Das Projekt zur Wiederansiedlung durch Auswilderung von Wanderfalken, deren Population durch den DDT-Einsatz in den 1950er/60er Jahren auf ein Minimum zusammengebrochen war, war so erfolgreich, dass es 2010 nach 37 Jahren beendet werden konnte. 1.099 junge Wanderfalken sind in diesem Zeitraum gezüchtet und erfolgreich ausgewildert worden. Das ist neben der Horstbewachung, bei der wir oft zusammen mit Kollegen und Freunden aus dem NABU in Tarnzelten die Tage und Nächte verbracht und „nach dem Rechten“ gesehen haben, die Basis dafür, dass wir heute bundesweit eine nie dagewesene Bestandsdichte von Falco peregrinus in Deutschland vorfinden.

Der Himmel über Deutschland ist voll mit Wanderfalken. So voll, dass Jäger und Falkner mit ihrem Know-how und jungen Vögeln aus internationaler sowie heimischer Zucht aktuell das Projekt unserer polnischen Falknerfreunde zur Wiederansiedelung einer baumbrütenden Wanderfalkenpopulation in Polen unterstützen. Seit 2011 sind dort bisher 159 Wanderfalken aus der Zucht von DFO-Mitgliedern ausgewildert worden. Auch dort zeichnet sich die Wiederholung der deutschen Erfolgsstory ab!

Doch damit nicht genug: Gerade jetzt im Juni gelangen bundesweit fast täglich verunfallte, abgestürzte und völlig entkräftete junge Wanderfalken in die Hände von Jägern und Falknern. Dort werden sie – entsprechend dem Zustand des Patienten – medizinisch versorgt und gepflegt – bei Härtefällen inklusive einem Training, um sie fit für ihr Überleben in freier Wildbahn zu machen.

Oft ist es zum Glück mit dem Zurücksetzen der Findlinge in den elterlichen Horst oder zu Adoptiveltern getan: Dafür erklimmen wir neben Schornsteinen Kirchtürme, Hochhäuser, senkrechte Felswände und Strommasten. Oft und gerne unterstützt von Ihren Kollegen an der Basis, lieber Herr Tumbrinck.

Es mag aus Ihrer Sicht opportun sein (einträglich mag es im Hinblick auf die Spendenbereitschaft einer uninformierten Öffentlichkeit sicherlich sein), gegen Jagd und Jäger, gegen praktischen Naturschutz zu wettern. Vielleicht aber verlassen Sie ja bei Gelegenheit mal Ihren Schreibtisch und begleiten uns wie Ihre Basis vor Ort bei Pflege, Zurücksetzen, Training und Auswilderung der Wanderfalken in Falknerhand.

Was Sie dann zu sehen bekommen werden, sind:

Jäger.

Einladung steht.

Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Albrecht Hewicker
Vorsitzender des Deutschen Falkenorden




GOTHAER-VERSICHERUNG

Aktualisierte Unterlagen der Gothaer-Haftpflichtversicherung und Hinweisen zur EU-DSGVO:

gothaer-kundeninformationen-jagd-haftpflicht-2.pdf [294 KB]

gothaer-datenschutz-informationsblatt.pdf [57 KB]

gothaer-beitrittserklaerung-gruppen-jhv---hege.pdf [104 KB]





Eine Runde Sache

Bestes Wetter, gutgelaunte Schützen.

Zum gemeinsamen Schießtermin auf dem Schießstand des Hegerings Sundern trafen sich am Samstagnachmittag zahlreiche Jäger des Hegerings Iserlohn-Hemer und Schützen aus den Reihen des "MITeinander und unabhängig e. V."
Die Veranstaltung diente nicht nur der Überprüfung und des Einschießens eigener Waffen.
Auch in den Schießdisziplinen Kugel und Schrot wurde sich gemessen und es bestand die Möglichkeit zum Erwerb des Schießnachweises gemäß § 17a LJG NRW.
Ein weiterer gemeinsamer Schießtermin ist geplant.

Bilder aus Sundern

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Achtung Autofahrer: Wildunfallgefahr

Alarmstufe Reh
Im Frühjahr kracht's besonders häufig zwischen Wildtier und Wagen. Der Deutsche Jagdverband appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, in Waldgebieten und an Feldern die Fahrweise anzupassen.

(Berlin, 23. April 2018) Mit dem Frühjahr steigt die Aktivität vieler heimischer Wildtiere rapide an. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh sind jetzt besonders viel unterwegs und haben Heißhunger auf zartes Grün. Hinzu kommen Revierkämpfe: Die männlichen Tiere stecken jetzt ihre Territorien neu ab. Kommt dem Platzbock ein Jüngling ins Gehege, wird er vehement verjagt. Dabei geht es auch blindlings über Straßen. Keine andere Säugetierart ist derart häufig in Wildunfälle verwickelt: Laut einer aktuellen Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ereigneten sich allein in der Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 knapp 195.400 Unfälle mit Rehen. Das sind knapp 85 Prozent aller Wildunfälle.

Gas weg und Augen auf

Um Zusammenstöße zu vermeiden, rät der (DJV), Wildwechsel-Warnschilder zu beachten und besonders entlang von Wald-Feld-Rändern sowie im Wald aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung steigt die Wildunfallgefahr. Was viele Autofahrer nicht wissen: Selbst ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 60 ein Aufschlaggewicht von 800 Kilogramm.

Was tun im Fall der Fälle?

Wenn es doch gekracht hat, Ruhe bewahren und als Erstes die Unfallstelle absichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen. Bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und gegebenenfalls den Notruf wählen (112). Jäger oder Polizei (110) verständigen und Standort melden. Der DJV appelliert an Autofahrer, jeden Unfall aus Tierschutzgründen zu melden – auch wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. Tote Tiere möglichst – ohne dabei sich oder andere zu gefährden – an den Straßenrand ziehen (Handschuhe tragen). Zu lebenden Tieren Abstand halten. Für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung vom Jäger ausstellen lassen.

Tierfund-App der Jäger nutzen

Nur etwa 1 Prozent der Unfälle mit großen Säugetieren erfasst das Statistische Bundesamt. Beim Großteil der Kollisionen werden weder Ort, Zeit oder Tierart erfasst. So fehlt die Grundlage, Wildunfallschwerpunkte zu erkennen und anschließend zu entschärfen. Das Tierfund-Kataster der Jäger (www.tierfund-kataster.de) ist die erste bundesweite Initiative, die Abhilfe schafft: Jeder Verkehrsteilnehmer kann verunfallte Tiere sogar per App melden, Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. Mehr als 45.000 Datensätze liegen bereits vor und Verkehrsbehörden nutzen diese. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat das Kataster entwickelt.

Checkliste: Wildunfälle verhindern und richtig handeln im Ernstfall

Wie lässt sich ein Wildunfall verhindern?

Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.
Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen.
Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.






NRW übernimmt Gebühren für Trichinenuntersuchung

29. März 2018, Düsseldorf (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft,
Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen). Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt ab dem 1. April 2018 die bei den Kreisen und kreisfreien Städten anfallenden Untersuchungsgebühren für die Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild. Für das Jahr 2018 werden die Kommunen gebeten, keine Gebühren von Jägerinnen und Jägern für die verpflichtende Untersuchung zu erheben. Bisher war nur die Trichinen-Untersuchung von Frischlingen von den Gebühren befreit.
„Das Ausbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest kann unter anderem durch die Bejagung von Wildschweinen minimiert werden. Da dies für die Jägerschaft einen zusätzlichen Jagdaufwand bedeutet, werden wir sie durch die Übernahme der Untersuchungsgebühr entlasten. Damit setzen wir außerdem einen Anreiz, die Bejagung auch dann aufrecht zu erhalten, wenn die Markpreise durch mehr Wildangebot sinken“, sagte Umwelt-Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann.
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich von Osteuropa weiter nach Westen aus. Expertinnen und Experten sind sich einig, dass ein Eintrag der Seuche am ehesten in die Wildschweinpopulation zu erwarten ist.


Jagdhund von Wolf gerissen

Foto und Text: Jagderleben.de

Ende Januar wurde auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz (Sachsen) eine Deutsche Bracke von einem Wolf gerissen. Schon damals war man sich darüber weitgehend im Klaren, dass Isegrim der Täter gewesen ist. Anders als damals vom Forstbetriebsleiter gegenüber der Redaktion angenommen, war der Hund einem Förster aber nicht während Holzarbeiten abgehauen, sondern er war zum Stöbern geschnallt. Nun äußerte sich der Besitzer der gerissenen Bracke, Jan Prignitz, zum genauen Ablauf der letzten Jagd seines Hundes, die sich dank eines GPS-Senders genau rekonstruieren lässt.

30. Januar 2018 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz
Chronologie der letzten Jagd der Deutschen Bracke „Ajax von der Muskauer Heide“


Am 30. Januar um 14:25 Uhr wurde die Deutsche Bracke „Ajax von der Muskauer Heide“ zur Suche nach Wild geschnallt. Der Hund suchte bis zirka 15 Uhr im Nahbereich um den Führer (bis zu 300 m) nach Wild. Er wurde zwischenzeitlich auch mal laut, kehrte aber mehrmals zurück. Gegen 15:05 Uhr fand Ajax Rotwild und entfernt sich Richtung Süd-West. Der Führer kennt die Wechsel und machte sich bereit, das Wild eventuell abzupassen und zu erlegen, wenn es den Rückwechsel annimmt.

Um 15:16 Uhr überfällt der Hund laut jagend die Zufahrtstraße zum Panzerschießplatz in der Nähe der Bundesstraße 115 und wird dabei von einem Wachposten der Bundeswehr an der B 115 gehört. Die Jagd setzt sich jetzt mehr oder weniger parallel der Bundesstraße nach Süd-Ost fort.

Um 15:20 Uhr verliert der Hund die Rotwild-Fährte und schlägt einen größeren Kreis, um die Fährte um 15:21:35 Uhr wieder aufzunehmen.

Um 15:23:41 Uhr überfällt der Hund eine Panzertraße 20 Meter neben der Rotwildfährte auf die Fährte zu. Das Bild der Fährten auf dieser sandigen Panzertrasse lässt die Schlussfolgerung zu, dass zu diesem Zeitpunkt schon mindestens ein Wolf dem Hund in zügigem Tempo folgte. Die Bracke ist zu diesem Zeitpunkt zirka 1500 Meter Luftlinie vom Führer entfernt.

Um 15:24:05 Uhr erreichte der Wolf den Hund und es kam zum Kampf. Im Kiefernbaumholz war dieser Platz durch aufgewühltes Moos und mehrere Schweißflecken zu erkennen. Das GPS-Signal des Hundes bewegt sich die gesamte Zeit bis 15:33:52 Uhr und verharrt maximal 13 Sekunden an einer Stelle. Dann wurde Ajax wahrscheinlich getötet. Die folgenden Bewegungen, die das GPS-Halsband noch aufzeichnet, zeigen mutmaßlich das Umherschleifen des getöteten Hundes durch den Wolf, als dieser auf der Suche nach einem geeigneten Platz war, um diesen zu fressen. Diese Position ist um 16:06 Uhr erreicht.

Da der Hund nicht mehr zu hören war und das GPS-Signal des Halsbandes bei etwa 1000 Meter Entfernung nicht mehr empfangen wurde, begibt sich der Führer auf die Suche nach dem Hund. Er fährt in Richtung des letzten Signalempfangs. Dabei trifft er den Wachposten der Bundeswehr, der ihm den laut jagenden Hund bestätigte. Bei der Fahrt auf der B115 kommt das Signal des Halsbandes wieder und der Führer kann jetzt gezielt nach dem Hund suchen.

Um 16:20 Uhr wird Ajax tot gefunden. Der kurze Zeitraum zwischen der letzten größeren Bewegung des Signals und dem Auffinden sprechen dafür, dass der Wolf beim Fressen gestört wurde und sich zurückzog.

Vom Zustand des Kadavers lässt sich ablesen, dass die Bracke sich während des Kampfes wahrscheinlich in die Unterwürfigkeitsposition, also auf dem Rücken liegend, begeben hat. Der tödliche Biss erfolgte offensichtlich über den Brustkorb von der Bauchseite her. Am Brustkern war ein starker Blutschwamm unter dem Fell erkennbar, im dem dem Rücken zugewandten Teil der Rippen waren Löcher durch die Fangzähne zu sehen. Im dem dem Brustbein zugewandten Bereich befanden sich Löcher durch die Reißzähne. An der linken Körperseite, welche durch die Fraßaktivität enthäutet war, wurde außerdem eine durchgebissene Rippe sichtbar. Zudem war die Flanke rechtsseitig handtellergroß eröffnet. Dies ggf. schon im Kampf? Es erscheint jedenfalls so, dass das Anfressen der Beute bis zum Auffinden nur von der linken Körperseite erfolgte, das Loch in der rechten Flanke wie erwähnt im Zuge des Kampfes dem Hund beigebracht wurde.
Dieser Absatz enthält viele Annahmen und ist eher Interpretation der Verletzungen des Hundes. Ein genauer Hergang des Tötens hätte nur in einem Gutachten durch die Landesuntersuchungsanstalt festgestellt werden können, hätte aber bedeutet, dass wir Ajax nicht mehr zurückbekommen hätten.

In der Zwischenzeit ist auch über genetische Proben vom Kadaver des Hundes bestätigt worden, dass der Hund durch den Rüden des territorialen Rudels getötet wurde. Die Bracke wurde also nicht wie anfänglich vermutet durch den mit Räude befallenen Wolf gerissen.


Schlussfolgerungen

Es ist der erste bekannt gewordene Fall, dass ein Jagdhund nach der Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland während der Jagd durch einen Wolf getötet wurde. Nun geht es darum die Gefahren für die Jagdhunde durch die Wölfe zu verringern. Auch die Hundeführer müssen sich auf die neue Situation einstellen.

Dazu gehört:

dass in der Ranzzeit keine Hunde mehr im Wolfsgebiet frei laufen gelassen werden,
dass Plätze an denen Wölfe in der Nähe vermutet werden müssen (Rissnähe, Rendezvousplätze, …) gemieden werden,
dass in der Drückjagd Hunde erst ca. eine halbe Stunde nach dem Beginn des Treibens geschnallt werden,
dass freijagende Hunde mit einem Glöckchen oder ähnlichen ausgestattet werden,
dass die jagenden Hunde mit Schlagschutzwesten ausgestattet werden, die auch einen gewissen Schutz gegen Wolfsübergriffe bieten,
dass die Hunde über GPS-Geräte auffindbar sind und
dass Hunde, die sich mal nicht vom Führer lösen, nicht zur Jagd gezwungen werden.

Diese Liste ist sicherlich noch nicht abschließend. Die Ziffern 3 und 4 sind dafür wichtig, dass im Treiben vorhandene Wölfe nicht durch die Jagdsituation oder den Hund, der gerade nicht jagt, überrascht werden und dann aggressiv reagieren.

Ajax Tod muss nicht umsonst gewesen sein!

Eine weitere sicherlich nicht ganz einfach umzusetzende Maßnahme ist es, dass die Hunde in der Ausbildung lernen, zwischen Waldspaziergang (freies Laufen um den Führer in bis zu 200 Meter Umkreis) und der Jagdsituation (zielgerichtetes Suchen, Finden und Jagen von Wild) zu unterscheiden. Insbesondere Stöberhunden ist dieses sicherlich schwerer beizubringen als zum Beispiel einem Vorstehhund. In den Bereich Ausbildung gehört auch, dass Hunde, die jagen sollen, nicht für das Anzeigen von Wolfsanzeichen (wie z.B. Markierstellen, Kothaufen, Haare) belohnt werden. Sie dürfen keine positive Verknüpfung mit dem Wolf herstellen!

Es mehren sich aber auch Berichte aus denen hervorgeht, dass die Wölfe in verschiedenen Rudeln die Scheu vor dem Menschen verlieren und den Jägern teilweise das erlegte Wild streitig machen, bzw. auch fehlende Scheu vor dem Menschen zeigen.
Wie können wir erreichen, dass die Wölfe Jagdsituationen oder Begegnungen mit dem Menschen als unangenehm wahrnehmen und meiden? Nur so ist die effektive Jagd mit Hunden im Wolfsgebiet möglich. Hier sind alle (Jäger, Hundeführer, Naturschützer, staatliche Administration, …) gefordert in einer konstruktiven Diskussion nach Lösungen zu suchen.

In unserer Kulturlandschaft ist die möglichst effektive Jagd notwendig um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft durch Schalenwild gering zu halten oder die Tierseuchenprophylaxe (ASP-Problematik) umzusetzen. Dazu ist der Einsatz von brauchbaren, laut jagenden Hunden unabdingbar. Wenn aber gerade diese Hunde einer Gefahr durch die Wölfe ausgesetzt sind, wird diese Jagd nichtmehr möglich sein.

Wenn der Tod von Ajax die Hundeführer wachrüttelt und sie ihren Hundeeinsatz an die Situation im Wolfsgebiet anpassen und diese geforderte sachliche, zielorientierte Diskussion angestoßen hat, dann war er nicht sinnlos und umsonst!

Wir haben Ajax im kleinen Kreis ein würdevolles Begräbnis bereitet. Er wird mir als treuer Jagdkamerad fehlen. Wir hatten noch so vieles gemeinsam vor!

Jan Prignitz







Wildschweinbejagung verstärken


Wildschweinbejagung verstärken – gegen Afrikanische Schweinepest vorgehen

Jagdverband und Bauernverband rufen zur Anlage von Bejagungsschneisen im Mais auf

(Berlin, 22. Februar 2018) Landwirte sollten durch die Anlage von sogenannten Bejagungsschneisen im Mais eine erfolgreiche Bejagung von Schwarzwild durch die Jäger unterstützen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) rufen daher gemeinsam die Landwirte dazu auf, bei der diesjährigen Maisaussaat Bejagungsschneisen anzulegen. Die Voraussetzungen für deren unbürokratische und praxistaugliche Anlage sind bereits im vergangenen Jahr von einigen Bundesländern genutzt worden. Mit den vorhandenen Nutzungscodes im gemeinsamen Agrarförderungsantrag wird die Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen erleichtert.

Mit Nachdruck fordern die Verbände gleichzeitig die Regierungen aller Bundesländer auf, den vorhandenen agrarpolitischen Spielraum für die Anlage von Bejagungsschneisen zu nutzen und die sogenannten Mischcodes für Bejagungsschneisen auch tatsächlich zur Antragstellung 2018 anzubieten. Bejagungsschneisen müssten zudem künftig in allen Feldkulturen unbürokratisch möglich sein. „Länder, Jäger und Landwirte müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihren Beitrag zur Schwarzwildbejagung im Sinne der Reduzierung der Risiken eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest leisten“, betonten die beiden Verbände.

DBV und DJV erklären, dass es inzwischen ohne großen bürokratischen Aufwand möglich ist, Schneisen zur Bejagung anzulegen, sofern die Bundesländer diese Möglichkeit anbieten. Für Jäger sind diese Schneisen eine gute Möglichkeit, die Schwarzwildbestände in der Feldflur zu reduzieren und somit das mögliche natürliche Verbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Seuchenfall zu senken. Der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Jagdverband appellieren an die Jäger, über die gesamte Jagdsaison jede Gelegenheit zu nutzen, Schwarzwild zu bejagen.

Die bisherigen Erfahrungen im Rahmen der EU-Agrarpolitik mit Nutzungscodes für Flächen mit Schneisen, die einen untergeordneten Teil der Gesamtfläche einnehmen, seien durchweg positiv gewesen. Infolge geeigneter Mischcodes entfalle die Notwendigkeit des Herausrechnens dieser Flächen, wodurch sich bürokratischer Aufwand und Rechtsunsicherheit reduzierten. Jetzt müsste diese Möglichkeit in allen Bundesländern zum nächstmöglichen Zeitpunkt geschaffen werden, forderten beiden Verbände.





Wildschweinjagd: 6-Punkte-Katalog

Wildschweinjagd: DJV stellt 6-Punkte-Katalog für Vereinfachungen vor
Anlässlich der heutigen "Nationalen ASP-Präventionskonferenz" im Bundeslandwirtschaftsministerium stellt der DJV seine Forderungen für eine Vereinfachung der Wildschweinjagd vor.

(Berlin, 26. Februar 2018) Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat für heute Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd nach Berlin geladen zur "Nationalen ASP-Präventionskonferenz". Der Deutsche Jagdverband (DJV) weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass eine Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden kann. Vielmehr müssen insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 Kilometern in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.

Eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine kann nur erfolgreich sein, wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten. Der DJV hat dazu heute einen 6-Punkte-Katalog mit Forderungen veröffentlicht, der die Jagd erfolgreicher machen soll.


1. Anlegen von Bejagungsschneisen in allen Feldkulturen, besonders Raps, Mais, Weizen
Ohne Schneisen können 6,8 Millionen Hektar Feldfläche (ein Viertel Deutschlands) von Mai bis Oktober kaum bejagt werden, weil die Vegetation zu hoch ist. Dort wandern Wildschweine im Sommerhalbjahr ein.

2. Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten
Feuchte Lebensräume mit Deckung wie Schilfgürtel oder Bruchwälder sind beliebte Rückzugsgebiete für Wildschweine.

3. Ganzjährige Bejagung von Wildschweinen in Staats- und Bundesforsten sowie großen Privatforsten

4. mehr Revier übergreifende Wald-Bewegungsjagden im Winterhalbjahr
Wildschweine haben vergleichsweise große Reviere, eine großflächige Bejagung ist deshalb sinnvoll. Behörden müssen die notwendige Verkehrssicherungspflicht unbürokratisch und kostenfrei unterstützen, am besten mit Personal. Ferner sollten Revierinhaber zur Duldung unbeabsichtigten Überjagens von Hunden verpflichtet sein.

5. Vergünstigungen für Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden für die Wildschweinjagd
Für die effektive Wildschweinjagd in Dickungen und Wald sind gut ausgebildete Stöberhunde unerlässlich. Tierschutzgerechte Ausbildung und Schutzausrüstung der Jagdhunde sind teuer, der Jagdeinsatz aufwendig. Eine finanzielle Unterstützung durch die Behörden ist erforderlich. Denkbar wäre auch eine Befreiung von der Hundesteuer.

6. Zulassung von der "kleinen Kugel" für gestreifte Frischlinge
Für gestreifte Frischlinge müssen bundesweit Patronen zugelassen werden, die eine Mindestenergie von 1.000 Joule auf 100 Meter Entfernung haben – auch in Kalibern unter 6,5 Millimeter Durchmesser. Bisher sind 2.000 Joule und ein Mindestkaliber von 6,5 Millimeter vorgeschrieben. Geschosse mit dieser Energie können allerdings bei kleinen Frischlingen für so starke Verletzungen sorgen, dass das Wildbret nicht mehr verwertbar ist.

Die bundesweite Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine begrüßt der DJV. Der Dachverband der Jäger weißt darauf hin, dass dies nicht die Aufhebung des Elterntierschutzes bedeutet: Bachen, die gestreifte Frischlinge säugen, dürfen auch weiterhin nicht erlegt werden. Im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands Jäger knapp 600.000 Wildschweine erlegt - das vierthöchste Jagdergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Nach Auffassung des DJV ist die Jagd alternativlos, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Die "Pille für das Wildschwein" lehnt der DJV als Unsinn ab.





5. Januar 2018, Dortmund (LJV).


NRW-Landwirtschaftsministerium hebt Schonzeiten für Schwarzwild auf

Das NRW-Landwirtschaftsministerium hat per Erlass vom 4. Januar 2018 die Unteren Jagdbehörden gebeten, die Schonzeiten für alles Schwarzwild auf allen bejagbaren Flächen mit sofortiger Wirkung bis zum 31. März 2021 aufzuheben. „Die Schonzeit für Schwarzwild ist damit aus Gründen der Landeskultur i. S. von § 22 Absatz 3 BJagdG Satz 1 landesweit ganzjährig aufgehoben“, so das Ministerium.

Ausgenommen von dieser Schonzeitaufhebung sind nur Bachen mit gestreiften Frischlingen unter ca. 25 kg.
Bache mit Frischlingen .

Das NRW-Landwirtschaftsministerium begründet diesen Schritt mit der aktuellen Entwicklung des ASP-Seuchengeschehens in Polen und Tschechien sowie mit sehr hohen Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen, Sportanlagen sowie Grünflächen in befriedeten Bezirken.

Zugleich soll die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung NRW kurzfristig ein Bejagungskonzept erstellen, um eine waidgerechte Jagdausübung sicherzustellen.






Schießtermine 2018

Die vorläufigen Schießtermine 2018 stehen fest:

Schießstand Sundern:

21.04.2018 und 23.06.2018 jeweils 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

Anpassugnsfähige Raubsäuger

Anpassungsfähige Raubsäuger breiten sich aus
Jagdstatistik 2016/17 zeigt sprunghafte Anstiege für die eingewanderten Arten Waschbär und Marderhund. Auch beim Dachs sind die Zuwächse hoch, wogegen die Fuchsstrecke nahezu konstant bleibt. Die Bejagung leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz

(Berlin, 31. Januar 2018) Die aktuelle Jagdstatistik für Waschbär, Marderhund, Dachs und Fuchs hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute anlässlich Europas größter Jagdmesse, Jagd und Hund, veröffentlicht. Alle vier Arten gelten als anpassungsfähig, breiten sich in Deutschland aus und haben auf ihrem Speiseplan auch Jungvögel und Eier. Im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) haben Deutschlands Jäger 134.098 Waschbären erlegt. Im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 5 Jahre ist das ein Plus von 30 Prozent. Einher geht diese Steigerung mit einer zunehmenden räumlichen Ausbreitung des aus Nordamerika stammenden Kleinbären. Mit einem Plus von 44 Prozent fällt die Steigerungsrate beim Marderhund noch größer aus. Von der ursprünglich aus Nordostasien stammenden Art haben Jäger vergangene Saison 30.272 Tier erlegt. Vom heimischen Dachs erlegten Jäger 69.275 Tiere (plus 8,7 Prozent) und vom Fuchs 435.700 (minus 5,2 Prozent).

Mit der Bejagung der anpassungsfähigen Fleischfresser leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz in Deutschland. Die zweite Stellschraube sind Erhalt und Verbesserung von Lebensräumen. Laut DJV ist der Elterntierschutz bei der Jagd sehr wichtig: Insbesondere Muttertiere mit abhängigen Jungen dürfen nicht erlegt werden. Weitergehende Schonzeiten für Raubsäuger hält der DJV für kontraproduktiv, weil eine effektive Bejagung zum Schutz von seltenen Arten erschwert wird.

Aufgrund der erfolgreichen Tollwutimpfung zum Schutz des Menschen hat sich die Zahl der anpassungsfähigen Füchse in Deutschland seit den 1980er Jahren verdreifacht. Mit negativen Folgen für Bodenbrüter wie Kiebitz oder Feldlerche, die zur Beute gehören. Wegen des negativen Einflusses auf die Artenvielfalt hat die Europäische Union (EU) den Waschbären 2016 in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen. Primäres Ziel: die Eindämmung. Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit von 2006 bis 2015 nahezu verdoppelt und kommt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (43 Prozent).

Die Bemühungen der EU werden jedoch an verschiedenen Stellen konterkariert. In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. Und in Berlin ist die Fangjagd komplett verboten. Fallen sind jedoch enorm wichtig, um die nachtaktiven Prädatoren zu erbeuten. Ebenso kontraproduktiv ist ein Jagdverbot auf Schutzflächen - etwa in Feuchtgebieten. Dort hält sich der Waschbär besonders gern auf und sucht nach Fressbarem wie Vogeleiern, Nestlingen, Amphibien und Reptilien.

Es ist laut DJV nicht möglich, Waschbär oder Marderhund aus Deutschland wieder zu entfernen. Sie haben sich etabliert und werden Deutschland weiter erobern. Allerdings kann Jagd die Ausbreitung und den räuberischen Einfluss auf heimische Arten stark reduzieren. Die Eindämmung gebietsfremder Arten ist laut DJV eine Herkulesaufgabe. Sie erfordert gemeinsame Anstrengungen in staatlich und privat betreuten Flächen, besonders in Naturschutzgebieten. Jäger sind dabei kompetente Ansprechpartner.




"Jagdhund vermisst"

DJV und JGHV starten Online-Projekt "Jagdhund vermisst"
Nach einer Jagd kann es vorkommen, dass Jagdhunde vermisst werden. Ein gemeinsames Projekt von Deutscher Jagdverband und Jagdgebrauchshundverband bietet nun eine Anlaufstelle für Jäger und Unterstützung bei der Suche.

(Berlin, 12. Januar 2018) Die neue Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" hilft bei der Suche nach vermissten Jagdhunden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in Kooperation mit dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) das Projekt ins Leben gerufen. Facebook-Nutzer können dort ohne bürokratischen Aufwand verlorene oder gefundene Hunde melden. Die Seite wird täglich aktualisiert. In den ersten 24 Stunden hatte die Seite bereits mehr als 1.000 Likes. "In der vergangenen Jagdsaison haben uns mehr Bitten zur Weiterleitung von Vermisstenanzeigen als je zuvor erreicht", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hermann Hallermann.

Das ehrenamtliche 16-köpfige Redaktionsteam bittet um gezielte Teilung der Beiträge in der jeweiligen Region. Zudem infomieren die Mitarbeiter regionale Tierheime, Forstämter und Veterinäre.

Während der Jagdsaison kann es häufiger vorkommen, dass Jagdhunde die Orientierung verlieren oder sich etwa bei ihrer Arbeit verletzen und nicht mehr in der Lage sind, zurück zu finden. DJV und JGHV bieten mit "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe.

Seite hier abonnieren: https://www.facebook.com/jagdhundvermisst

Wie funktioniert "Jagdhunde vermisst"?

Betroffene können per Privatnachricht oder über die E-Mail-Adressen jagdhund-gefunden@jagdverband.de und roettgen@jghv.de Informationen bezüglich vermisster Jagdhunde melden. Dazu werden folgende Angaben benötigt:

Name des entlaufenden Hundes (Ruf und Zwingername)
Rasse, Geschlecht und Alter des entlaufenden Hundes
Zeitpunkt und Ort der letzte Ortung/Sichtung mit möglichst detaillierter Angaben (nächster Ort UND (wenn möglich) Koordinaten)
Hund gechipt: ja/nein
Bild des entlaufenen Hundes
Besondere Merkmale
Information zum Halter (Name, Kontakt)





Aktuelle Jagdbilanz

Aktuelle Jagdbilanz: 589.417 Wildschweine bundesweit erlegt
Im zurückliegenden Jagdjahr haben Deutschlands Jäger viereinhalb mal so viele Wildschweine wie vor 40 Jahren erlegt. Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest apelliert der DJV an Jäger, insbesondere junge Wildschweine zu erlegen. Sie tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei. Verdächtige Kadaver sollten umgehend den Behörden gemeldet werden.

(Berlin, 12. Januar 2018) 589.417 Wildschweine haben die Jäger in Deutschland im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) erlegt oder verendet aufgefunden (4 Prozent). Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Im Vergleich zur Jagdsaison 1976/77 beträgt die Steigerung knapp 350 Prozent für Gesamtdeutschland. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht und betont die Notwendigkeit der Wildschwein-Jagd. Mit den kontinuierlich steigenden Abschusszahlen hat die Jägerschaft in den vergangenen Jahrzehnten anwachsende Wildschweinbestände zwar reduziert. In Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) appelliert der DJV an Jäger, die Wildschweinjagd noch zu intensivieren. Besonders weibliche Tiere, jünger als zwei Jahre, müssen verstärkt erlegt werden - sie tragen mit über 80 Prozent zur Fortpflanzung bei. "Noch ist das Virus nicht in Deutschland, doch je weniger Wildschweine pro Fläche leben, desto geringer ist im Ernstfall zumindest über Wildtiere die Ausbreitungsgefahr", sagte Dr. Wolfgang Bethe, Veterinär und DJV-Präsidiumsmitglied. Allerdings sei erwiesen, dass der Mensch und nicht Wildtiere das Virus über große Distanzen verbreite, etwa über den Transitverkehr. Ein achtlos weggeworfenes Brot mit verseuchter Wurst reiche, um die Afrikanische Schweinepest einzuschleppen, so Dr. Bethe weiter. Deshalb sollte die Aufklärungsarbeit von Behörden in der Öffentlichkeit intensiviert werden.

Laut DJV muss der Fokus in Deutschland derzeit auf Maßnahmen der Früherkennung liegen. Nur so gibt es eine Chance, die Seuche im Ernstfall schnell und effektiv einzudämmen. Symptome der für den Menschen ungefährlichen ASP sind bei Wildschweinen beispielsweise Nasen- und Hautblutungen, geringe Fluchtbereitschaft und Bewegungsstörungen. Bei toten Tieren lassen sich oftmals punktförmige Blutungen in den Organen nachweisen, Lunge und Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Der DJV bittet insbesondere Jäger und Landwirte darum, verdächtige Kadaver an Ort und Stelle zu belassen und umgehend den zuständigen Amtstierarzt zu informieren. Ein Transport ist nur in dichten Spezialbehältnissen sicher. Das Virus kann selbst im Schlamm am Kotflügel lange Zeit überleben und verschleppt werden.

Nach Angaben von Wissenschaftlern könnten Wildschweine ohne das Eingreifen von Jägern ihren Bestand aufgrund der guten Nahrungsbedingungen und der milden Winter jährlich mehr als verdreifachen. Hauptursache des europaweiten Siegeszuges des Wildschweines sehen Wissenschaftler im Klimawandel. Wildschweine erreichen die Geschlechtsreife inzwischen ab einem Gewicht von etwa 30 Kilogramm. Frischlinge, also Tiere, die jünger sind als ein Jahr, bringen knapp die Hälfte des gesamten Nachwuchses zur Welt. Bachen im Alter zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr tragen mit etwa einem Drittel zum Zuwachs bei.

Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat der DJV Empfehlungen zum Umgang mit der ASP erarbeitet, die sich in drei Kernthemen gliedern: Früherkennung, Übersicht der möglichen Maßnahmen im Seuchenfall sowie deren örtliche und zeitliche Anwendung anhand von konkreten Fallbeispielen.

Weitere Infos zur Afrikanischen Schweinepest

Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche.

Ein Impfstoff gegen die ASP ist auf absehbare Zeit nicht verfügbar. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung der unheilbaren Tierseuche eingesetzt werden. ASP befällt Haus- und Wildschweine gleichermaßen.



Projekt Fellwechsel

Projekt Fellwechsel gestartet
Das von LJV Baden-Württemberg und DJV initiierte Projekt Fellwechsel ist in die erste Saison gestartet. Raubwildbälge können ab sofort für die Fellwechsel GmbH gesammelt werden. Die Verbände informieren, wie Jägerinnen und Jäger das Projekt unterstützen können.

(Berlin, 04. Dezember 2017) Die Fellwechsel GmbH ist erfolgreich in die erste Saison gestartet. Zum Höhepunkt der Raubwildjagd im Januar geben Deutscher Jagdverband (DJV) und Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) Praxishinweise für die Behandlung erlegter Tiere. Ziel des Projektes ist es, das Fell von jagdlich erlegten Raubsäugern einem Nutzen zuzuführen.

Tierarten

Die Fellwechsel GmbH nimmt im Rahmen der nachhaltigen Jagd und den landesgesetzlichen Vorgaben in Deutschland erlegte Rotfüchse, Marderhunde, Waschbären, Dachse, Stein- und Baummarder, Hermelin (Große Wiesel), Iltisse, Minke, Nutria (Sumpfbiber) und Bisam an.

Verpackung und Aufbewahrung

Die Tierkörper sollten nach der Erlegung möglichst schnell und platzsparend verpackt und unbedingt mit dem Herkunftsnachweis versehen werden. Dieser garantiert eine lückenlose Dokumentation. Es empfiehlt sich, einen mittelgroßen Eimer mit einem Plastiksack auszukleiden und das erlegte Tier eingerollt hineinzulegen (ähnlich der natürlichen Schlafposition des Tieres). So stehen die Branten nach innen und beschädigen den Sack nicht. Dann sollte der Sack möglichst eng verschlossen werden. Der ausgefüllte Herkunftsnachweis sollte in eine durchsichtige Plastiktüte gesteckt werden, sodass von außen sofort erkennbar ist, um welches Tier es sich handelt. Beides - verpackter Tierkörper und Herkunftsnachweis - werden mit einem Kabelbinder verbunden und verschlossen und in der nächsten Sammelstelle oder in der eigenen Gefriertruhe eingefroren. So wird das kleinste Pack- und Lagermaß erreicht.

Sammelstellen

Mit Stand Dezember 2017 sind deutschlandweit mehr als 100 Sammelstellen gemeldet. Um zu erfahren, wo die nächste Sammelstelle ist, können Jägerinnen und Jäger im ersten Schritt ihren Hegering oder Kreisjagdverband anfragen. Im letzten Schritt kann auch bei der Fellwechsel GmbH nachgefragt werden.

Qualität der Bälge

Ob die Qualität des Balges zum Gerben ausreicht, sollte jeder Jäger selbst entscheiden. Merkmale eines reifen Winterbalges sind lange Grannenhaare und dichte Unterwolle. Wichtig ist es, auf die Unversehrtheit des Rückenbereiches zu achten. Dieser sollte frei von größeren Löchern (nicht größer als ein 2-Euro-Stück), Räude, Ranz- oder Bissspuren sein.

Einrichtung von Sammelstellen

Bei Fragen zur Einrichtung von Sammelstellen durch Hegeringe oder Kreisjagdvereine / Kreisjägerschaften steht die Fellwechsel GmbH zur Verfügung. Für eine Sammelstelle werden eine große Gefriertruhe und eine Ansprechperson (Balgbeauftragter) benötigt. Die Sammelstellen können sofort über www.fellwechsel.org/downloads/ angemeldet werden damit die Logistik optimal geplant werden kann. Dort finden Interessierte auch die notwendigen Herkunftsformulare. Ist absehbar, dass die Truhe zügig voll ist, wird gebeten, mit ein bis zwei Wochen Vorlauf die Fellwechsel GmbH zu kontaktieren, um die weitere Logistik zu planen.

Kontakt

Fellwechsel GmbH, Frederik Daniels, f.daniels@fellwechsel.org
0176/77058347, www.fellwechsel.org

Korrekt verschnürtes Paket
Quelle: Fellwechsel GmbH

Mit Kabelbinder verbundene Tüten mit Tierkörper und Herkunftsnachweis.
Quelle: Fellwechsel GmbH



Wildreflektoren

Wirkungsmechanismus von Wildwarnreflektoren weiterhin unklar
Vorgestellte Studien zeigen, dass blaue Reflektoren die Zahl der Wildunfälle senken können, die Wirkweise ist allerdings umstritten. Rund 200 Experten nahmen an der Fachtagung von ADAC und DJV teil.

(Berlin, 14. Dezember 2017) "Reflektoren wirken / nicht": Am Rande der Messe Pferd und Jagd trafen sich Anfang Dezember 2017 rund 200 Experten aus Wissenschaft, Behörden und Verbänden, um über die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren zu diskutieren. Wissenschaftler des Instituts für Wildbiologie Göttingen und Dresden stellten das Ergebnis einer Langzeitstudie aus Schleswig-Holstein vor, die ADAC, DJV und weitere Partner unterstützt haben: Auf den mit Reflektoren ausgestatteten Strecken wurden im Schnitt 60 Prozent weniger Wildunfälle registriert. Während vier Jahren trat weder ein Gewöhnungseffekt noch eine Verlagerung des Unfallgeschehens auf. Über ähnlich hohe Rückgänge bei Wildunfällen berichteten die Initiatoren der Aktion Lichtzaun in Baden-Württemberg, die auf 4.000 Straßenkilometern Reflektoren angebracht hatten. Ein Langzeitprojekt der Universität für Bodenkultur Wien kommt zu dem Schluss: Wenn der richtige Reflektor richtig eingesetzt, montiert und gewartet wird, dann wirkt er. Jäger, Verwaltung, Polizei und Tierschützer müssten mehr kooperieren um Unfälle effektiv zu reduzieren.

Deutlich kritischer beurteilten Vertreter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV), Technische Universität (TU) Dresden sowie Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren. Der FVA-Wissenschaftler wies nach, dass die Farbe Blau für Rehe keine Warnfarbe ist. Bei verschiedenen Versuchen zeigten die Tiere keine Verhaltensänderung oder gar einen Fluchtreflex. Der GDV-Vertreter konnte noch keine Ergebnisse der eigenen Untersuchung präsentieren, verwies aber auf internationale Studien, die mehrheitlich keine Wirksamkeit von Reflektoren nachweisen konnten. Die lichttechnische Untersuchung der TU Dresden hatte zum Ergebnis, dass Wildwarnreflektoren überhaupt keine für Wildtiere wahrnehmbaren Lichtreflexe in den Straßenseitenraum abstrahlen können. Allerdings hat eine kleine Befragung unter Autofahrern ergeben, dass 70 Prozent aufmerksamer oder langsamer fahren, wenn sie Reflekoren wahrnehmen. Bei künftigen Forschungsprojekten sollte der Faktor Mensch entsprechend stärker berücksichtigt werden.

Einig waren sich die Teilnehmer der Tagung, dass es nicht die eine Präventionsmaßnahme gibt, die für alle Situationen geeignet ist. Vielmehr müsse je nach Verkehrssituation und Rahmenbedingungen ein Maßnahmenpaket geschnürt werden. Beispielsweise sollten Fehler bei der Straßenrandbegrünung vermieden werden. Attraktive Futterpflanzen wie Hartriegel oder Obstbäume wirken wie ein Magnet auf Rehe und andere Pflanzenfresser, ebenso viele Kräuter- und Grasmischungen. Hier sollten Pflanzen mit hohem Bitterstoffgehalt zum Einsatz kommen. Ähnliches gilt auch für Streusalz. Teilnehmer äußerten die Sorge, dass die Straßenbauverwaltungen auf Grundlage der vorgestellten Untersuchungen die Duldung von Wildwarnreflektoren widerrufen könnten. Auch wenn die Wirkweise nicht abschließend geklärt sei, könne eine Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Eine Tierschützerin ergänzte, dass jeder verhinderte Wildunfall als Erfolg gewertet werden muss.

Am Rande der Fachtagung stellte der DJV das Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de) vor: Über Internet und App können Verkehrsteilnehmer Wildunfälle melden. Sogar ein Foto lässt sich für die bessere Bestimmung des Wildtieres hochladen. Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. So sollen Wildunfallschwerpunkte ermittelt und schließlich entschärft werden. Mehr als 40.000 Datensätze liegen inzwischen bundesweit vor.

Die Vorträge aus der Fachveranstaltung gibt es beim ADAC zum Herunterladen: http://bit.ly/WU-Tagung_Vorträge

Eine Videoaufzeichnung der abschließenden Podiumsdiskussion gibt es auf der DJV-Facebookseite: http://bit.ly/WU-Tagung_Video

Eine Fotostrecke mit wichtigen Zitaten der Experten gibt es hier: http://bit.ly/WU-Tagung_Fotos




Erste Hilfe im Revier

Videoserie: Richtig handeln bei Unfällen im Revier
Manchmal werden Jäger im Revier mit medizinischen Notfällen konfrontiert. Der DJV erklärt in vier Erste-Hilfe-Videos was im Ernstfall zu tun ist.

(Berlin, 14. Dezember 2017) Jäger verunglücken gelegentlich während der Jagd durch Stürze vom Hochsitz, Herzversagen oder bei Waldarbeiten. Beteiligte sind oft ratlos und wissen nicht wie sie verletzten Personen helfen können, doch gerade im Wald ist eine effektive und schnelle Hilfe überlebenswichtig. Der Deutsche Jagdverband (DJV) lässt Experten des Deutschen Verbandes für Jagdmedizin zu Wort kommen, die richtiges Verhalten in Notfallsituationen zeigen. Ab heute ist das zweite Video einer 4-teiligen Serie zum Thema "Erste Hilfe bei der Jagd" online verfügbar. Der rund fünfminütige Clip erklärt, was bei stark blutenden Wunden, etwa nach einer Keilerattacke, beachtet werden muss.

Alle Videos sind nach der Veröffentlichung auf dem DJV-Youtube-Kanal auf folgender Seite abrufbar: bit.ly/2B61Vhk






Begehrtes Lebensmittel

Begehrtes Lebensmittel: Wildfleisch
Fleisch von Wildschwein, Reh, Rot- und Damwild ist nach wie vor ein geschätztes Lebensmittel: Knapp 26.800 Tonnen Wildbret verspeisten die Deutschen im letzten Jagdjahr.

(Berlin, 19. Dezember 2017) Saftiger Wildschweinschinken oder zarte Rehkeule stehen nicht nur zu Weihnachten hoch im Kurs. Nach einer aktuellen Hochrechnung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wurden in der vergangenen Jagdsaison (1. April 2016 bis 31. März 2017) 26.800 Tonnen heimisches Wildbret zubereitet und gegessen. Das Fleisch vom Wildschwein mit 13.900 Tonnen ist nach wie vor am begehrtesten. Auch Reh erfreut sich mit 8.900 Tonnen großer Beliebtheit. Vom Rotwild wurden 2.700 Tonnen verzehrt, gefolgt vom Damwild mit 1300 Tonnen.

Nach einer DJV-Umfrage ist Wildfleisch ein beliebtes Lebensmittel: 60 Prozent der Deutschen essen mindestens einmal im Jahr Wild. Beim Kauf empfiehlt der DJV allerdings genau hinzuschauen und auf Regionalität zu achten. „Idealerweise kaufen Verbraucher direkt beim Jäger oder Metzger ein", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jürgen Ellenberger. Die Marke „Wild aus der Region" garantiert dabei die Herkunft aus heimischen Revieren.

Mit der Kampagne „Wild auf Wild" macht der DJV Appetit auf mehr: Über 200 Rezepte für die moderne Küche gibt es zum Herunterladen auf wild-auf-wild.de, einige sogar mit Videoanleitung. Wildbretanbieter in der Nähe finden Interessierte über die Postleitzahlensuche.

Wildunfälle

Wildunfälle in Deutschland
Aktuelle DJV-Statistik: Knapp 228.500 Wildunfälle im Jagdjahr 2016/17 / Experten diskutieren auf einer Fachtagung von ADAC und DJV in Hannover über die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.

(Berlin/München, 7. Dezember 2017) Laut aktueller Statistik des Deutschen Jagdverbands (DJV) gab es im vergangenen Jagdjahr – die Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 – knapp 228.500 Wildunfälle. Während das im Vergleich zum Vorjahr eine Stagnation bedeutet, ist es gemessen am Schnitt der vorangegangenen fünf Jahre eine Steigerung um fünf Prozent. Hauptverursacher ist das Reh (86 Prozent), gefolgt vom Wildschwein (12 Prozent).

Diese aktuellen Zahlen hat der DJV heute anlässlich der Fachtagung „Reflektoren wirken/nicht“ zur Wildunfallprävention vorgestellt, die der Verband gemeinsam mit dem ADAC in Hannover veranstaltet. Gut 200 Experten aus Wissenschaft, Straßenbau, Politik und Polizei diskutieren kontrovers über die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren, die häufig an Straßenleitpfosten angebracht werden. Vorgestellt werden unter anderem die Forschungsergebnisse eines Langzeitprojektes, das ADAC, DJV und regionale Partner in Schleswig-Holstein durchgeführt haben.

"Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln, sie müssen über Straßen wandern, etwa um zu fressen oder Partner zu finden“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Wolfgang Heins am Rande der Tagung. „Der beste Schutz gegen Wildunfälle sind angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Fahren“, so Ulrich Klaus Becker, ADAC Vizepräsident für Verkehr. Wer Tempo 80 statt 100 fährt, reduziert den Bremsweg um 25 Meter. Besonders unfallträchtig sind unübersichtliche Wald- und Feldränder in der Dämmerung.

Für Verkehrsteilnehmer haben ADAC und DJV gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) die Broschüre „Besser langsam als Wild“ herausgebracht. Diese enthält Verhaltenstipps und Hinweise rund um das Thema Wildunfall. Sie ist ab sofort erhältlich und kann im Internet auf www.adac.de und www.jagdverband.de kostenfrei bestellt werden.








Wolf

DJV begrüßt Beschlüsse der Umweltministerkonferenz zum Wolf.
Eine bessere Zusammenarbeit mit Polen und die Diskussion um den "günstigen Erhaltungszustand" des Wolfes haben die heute zu Ende gegangene Umweltministerkonferenz (UMK) in Potsdam geprägt. Der Deutsche Jagdverband begrüßt diese Beschlüsse, kritisiert jedoch weiterhin die politische Grundhaltung.

(Berlin, 17. November 2017) Der DJV begrüßt, dass der Erhaltungszustand des Wolfes nun jährlich durch den Bund einzuschätzen ist. Darüber hinaus soll der Bund bereits im ersten Quartal 2018 praxistaugliche Vergrämungsmöglichkeiten veröffentlichen. "Seit Jahren ist dies eine unserer Hauptforderungen", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. "Ich freue mich, dass Themen nun mit einer gewissen Realitätsnähe diskutiert und Maßnahmen greifbarer werden." Der DJV begrüßt die beabsichtigte Intensivierung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Monitorings und Managements mit dem EU-Partnerland Polen. Ungeachtet dessen weist der DJV auf eine aktuelle Expertise der Technischen Universität Dresden hin, die besagt, dass die Wolfspopulation in Mitteleuropa bereits in einem günstigen Erhaltungszustand ist. Aus Sicht des DJV ist das angestrebte einheitliche Vorgehen beim Umgang mit „verhaltensauffälligen Wölfen“, insbesondere seine Entnahme, ebenfalls längst überfällig. Diese muss rechtssicher und praktikabel umsetzbar sein.

Unverständnis äußert der DJV dagegen in Bezug auf die zu erarbeitende neue Habitatanalyse, die überflüssig und nicht zielführend sei. In den vergangenen Jahren habe sich mehr und mehr gezeigt, dass der Wolf das Potenzial zum Kulturfolger hat. Er sucht sich auch außerhalb von abgelegenen Truppenübungsplätzen seinen Lebensraum selbst. Er zeigt dabei wenig Scheu. Entscheidende Punkte sind die Nahrungsverfügbarkeit, die in weiten Teilen Deutschlands ausreichend gegeben ist sowie geeignete Rückzugsgebiete.

Auf der heute in Potsdam zu Ende gegangenen Konferenz haben die Umweltminister der Bundesländer die Empfehlungen einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe zum Wolf diskutiert. Vorausgegangen waren massive Unstimmigkeiten zwischen Bund und Ländern über das weitere Vorgehen.

Foto Rolfes/DJV





Schalldämpfer ab sofort erlaubt

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/schalldaempfer-fuer-jagdgewehre-ab-sofort-nordrhein-westfalen-erlaubt





Die jagdpolitische Wende in NRW setzt sich beim Fuchs weiter fort

Jagd am Kunstbau wird im ganzen Land wieder erlaubt werden – Ministerium mahnt intensive Bejagung von Beutegreifern zum Schutz der Tierwelt an

Die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen nimmt schon weiter Gestalt an, bevor die von der neuen Landesregierung angekündigten und notwendigen gesetzlichen Regelungen nach den erforderlichen Beratungen durch den Landtag verabschiedet werden können. Das Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat in einer dienstlichen Mitteilung vom 17. Oktober alle Unteren Jagdbehörden der Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens aufgefordert, in deren jeweiligen Zuständigkeitsgebieten die Jagd auf den Fuchs im Kunstbau zu erlauben.

„Das Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen wird wieder vom Kopf auf die Füße gestellt “, sagte dazu Ralph Müller-Schallenberg. Der Präsident des Landesjagdverbandes zeigte sich einmal mehr überzeugt, dass es in NRW nach dem Regierungswechsel insgesamt zu einer modernen und sachgerechten Jagdgesetzgebung mit den Hauptbetroffenen und nicht gegen sie kommen werde.

Die generell von der Vorgängerregierung verbotene Jagd auf den Fuchs im Kunstbau war 2015 für zwei Jahre in bestimmten Regionen des Landes örtlich ermöglicht worden („kartografische Gebietskulisse“). Nun hat die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung die Lage neu bewertet und kommt zu dem Ergebnis, die Gebietskulisse zum Schutz der Tierwelt auf das gesamte Landesgebiet Nordrhein-Westfalens mit Ausnahme befriedeter Bezirke auszuweiten. Feldhase, Fasan und andere Tierarten gehen demnach im Bestand weiter zurück, die Fuchsbesätze dagegen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Ministerium hat deshalb die Unteren Jagdbehörden gebeten, „die Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau in Ihrem Zuständigkeitsgebiet von Amts wegen für fünf Jahre (Jagdjahr 2017/18 bis 2021/22) zu erlauben.“

Zudem weist die Forschungsstelle nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass angesichts der prekären Bestandssituation vieler Arten die Raubwildbejagung auch durch andere Jagdmethoden nicht vernachlässigt und nicht auf die Fuchsbejagung am Kunstbau fokussiert werden sollte. „Vielmehr ist es geboten, die Bejagung aller Prädatoren, die für den Feldhasen und die Bodenbrüter relevant sind, in ihrer gesamten Bandbreite zu aktivieren“, heißt es aus dem Ministerium.

Die Weisung des Ministeriums bezieht sich derzeit ausdrücklich nur auf die Fuchsjagd im Kunstbau. Nachfragen des LJV haben ergeben, dass für die Anlage von Kunstbauten auch in bisherigen Nicht-Kulisse-Gebieten kein Antrag auf Genehmigung erforderlich sein wird, sondern die Anlage- und Jagderlaubnis auf dem Weg einer Allgemeinverfügung erteilt werden soll.








Der Jagdhund, Familienmitglied mit Beruf

http://newsletter.jagdverband.de/system/assets/2850/original/2017-10-pm_welt-hunde-tag_fv.pdf

Wildfleisch

Keine Hormone, kein Antibiotika, kein Streß

http://newsletter.jagdverband.de/mailings/92937d6809183c39ed763f65b4a21d6e4ae4ceac?rid=cb4c89704eadc19ec9315e87fabd5193de9c49d3

Zuschüsse für Jäger möglich

http://newsletter.jagdverband.de/mailings/e9349540a15f54cba576df9cd178ab3ddb258596?rid=cb4c89704eadc19ec9315e87fabd5193de9c49d3

Bestandsschutz für Waffenschränke

Bestandsschutz für Waffenschränke: bisherige Nutzung ausschlaggebend

Forum Waffenrecht weist darauf hin, dass für den Bestandsschutz von
A- und B-Waffenschränken die bisherige, rechtmäßige Nutzung
relevant ist. Voraussetzung nach §36 Abs. 4 ist nicht die
Anmeldung bei der Waffenbehörde.(Berlin, 28. Juli 2017)
Nachdem das neue Waffengesetz in Kraft
getreten ist, häufen sich beim DJV Fragen von Jägern zum
Bestandsschutz von A- und B-Waffenschränken. Offenbar wollen einige
zuständige Behörden die Nachmeldung von Schränken nicht
akzeptieren, die vor dem Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes in
Benutzung, aber nicht bei der Behörde gemeldet waren. Auf DJV
-Nachfrage hat der Geschäftsführer des Forum Waffenrecht, Frank
Göpper, klargestellt: Die Voraussetzung für den Bestandsschutz nach §
36 Abs. 4 des Waffengesetzes ist nicht die Anmeldung bei der
Waffenbehörde, sondern die Aufrechterhaltung der bisherigen
rechtmäßigen Nutzung. Wenn also bis zum 6. Juli 2017, dem Tag, an
dem das neue Waffengesetz mit seinen Änderungen in Kraft trat,
Waffen zulässig in Schränken der Widerstandsgrade A oder B gemäß
VDMA 24992 aufbewahrt worden sind, dürfen diese auch weiterhin
vom bisherigen Nutzer verwendet werden.
Das Forum Waffenrecht empfiehlt Jägern, der Behörde, die eine
Nutzung vor dem Stichtag anzweifelt, entsprechende Nachweise -
etwa Zeugen oder Kaufbelege anzubieten und um eine schriftliche
Bestätigung zu bitten. In letzter Konsequenz müsste das Bestehen der
bisherigen Nutzung und damit des Bestandsschutzes durch
Verwaltungsgerichte festgestellt werden.
Um künftig Unsicherheiten auszuschließen, weist das Forum
Waffenrecht Besitzer von A- und B-Schränken darauf hin, Belege für die
Nutzung der Schränke vor dem Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes
sorgfältig aufzubewahren und ihren Waffenbehörden die genutzten
Waffenschränke zu melden.

Waffengesetzänderung

Bundesrat stimmt Waffengesetzänderung zu
Neue Aufbewahrungsvorschriften für Waffen treten bald in Kraft,
Stichtag ist die Verkündung des Gesetzes im Bundesgesetzblatt.


http://newsletter.jagdverband.de/mailings/44186bbf6bfb1a91dbcf6dd1eca339f8c61b1f70

Aujetszky

Wie aus dem Nichts aufgetaucht

https://www.jagderleben.de/news/nichts-aufgetaucht

Fischotter

Fischotter breitet sich in Deutschland aus

http://newsletter.jagdverband.de/mailings/aa6fb9ae59652f1c8ff1ba5e4cac3052868a9585

Nutria

Die Nutria erobert Deutschland

http://newsletter.jagdverband.de/mailings/8c726d30e59c393dbdab459925e51ea2eb5a2426

Wolf

Beschluss der Umweltministerkonferenz

http://newsletter.jagdverband.de/mailings/1f8e8e2fa4ff7a494075161373bac6afe7507208?rid=cb4c89704eadc19ec9315e87fabd5193de9c49d3

Die "Aufgabe" Jagd


Die "Aufgabe" Jagd für Nicht-Jäger verständlich gemacht


"Der Naturschutz hatte sich jahrelang dem Vergnügen einer kleinen, elitären Gruppe von Jägern unterzuordnen - erklärte ein Vorstandsmitglied der Grünen, einer (noch kleineren) elitären Gruppe. Was nach Jahrhunderten ohne grüne Verbote von der Natur noch übrig ist, soll nun das neue Jagdgesetz retten. Vor den Jägern.

Dass grüne Politiker den Jägern die Kompetenz bezüglich Naturschutz absprechen, ist widersinnig - der Jäger braucht eine intakte Natur so, wie B90/Grüne ihre Wählerstimmen. Jagd ist zu erst einmal Arbeit, oft genug ein Knochenjob. GRÜN verkennt den Alltag der Jäger.

Liebe Grüne- ich lade Sie zu einem Experiment ein. "Vergnügen" Sie sich doch einfach mal selbst als Jäger. Probieren Sie es mit der veganen Variante. Schießen Sie Fotos von Rehen und Wildschweinen unter Beachtung aller Einschränkungen, denen der Jäger unterliegt. Zusätzlich dürfen die Tiere nicht schräg stehen und nicht zu weit weg. Für Fotos, auf denen Sie versehentlich ein Muttertier erwischt haben, zahlen Sie aus eigener Tasche 5000 Euro Strafe an einen gemeinnützigen Verein. Das dazugehörige Strafverfahren lassen wir weg.

Nach dem Schuss geht die Arbeit für den Jäger erst richtig los. Um das besser nachvollziehen zu können, ziehen Sie für jedes Wildschwein, welches Sie "geschossen" haben, einen schlammigen 70 kg Kartoffelsack 200 Meter allein durch den dunklen Wald und bringen ihn mit Ihrem Auto nach Hause. Dort waschen Sie einen Korb Wäsche mit der Hand - Wild muss umgehend ausgenommen werden. Reinigen Ihr Auto, schrubben 20 Quadratmeter Fußboden, Wände, Waschbecken - der Jäger verlässt die Wildkammer sauber. Füllen Sie drei Formulare aus. Und wenn von Ihrer Nacht noch etwas übrig ist - genießen Sie es.

Wecken und versorgen Sie Ihr Kind, bringen Sie vor der Arbeit die Formulare für die Wildschweinproben zur Veterinärbehörde. Eine Fahrt zur Tierkörperbeseitigungsanlage rundet den Morgen ab - dort können Sie von 7:00 Uhr bis 8:00 Uhr die Abfälle entsorgen. Dann arbeiten Sie acht Stunden.

Wildschweine sind als Ganzes kaum noch verkäuflich. Deshalb backen Sie am nächsten Tag 20 kg Kuchen und vakuumieren den in kleinen Portionen. Die Reste kommen wieder zur Tierkörperbeseitigungsanlage.

Für diesen Versuch werden Sie viel mit Ihrem Fahrzeug unterwegs sein. Zusätzlich kostet Ihre Teilnahme am Experiment "Realtätsnähe" 550 Euro (Jagdbetriebskosten), dazu 100 Euro Verwaltungsgebühr und Haftpflicht. Für Fehlschüsse spenden Sie im Versuchsjahr 5 Kisten Bier und 100 Euro an einen professionellen Jagdhundehalter. Alles eigene Kosten - nicht absetzbar. Sie betreiben ja ein Hobby.

Probieren Sie, in einem Jahr 30 oder 40 verwertbare Fotos zu schießen. Verlassen Sie in Ihrer Freizeit die politische Bühne und versuchen Sie sich als Jäger. Machen Sie sich ein Bild von dieser Arbeit, die Sie mit dem neuen Jagdgesetz zusätzlich belasten wollen. Ich lade Sie herzlich ein - auch zu meiner Frischlingskeule mit Rosmarin - einem wirklich elitären Braten. Noch ist Tofu ja kein Staatsziel."

Mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Badischen Neuesten Nachrichten

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | AUS DER REGION | 08.05.2014